
Willkommen bei «Saturday Treats», den Leckerbissen am Samstag.
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Viele von uns verspüren im Alltag eine latente Grundspannung.
Wir haben das Gefühl, unterwegs zu sein und trotzdem nie ganz anzukommen, als würde das Eigentliche erst später beginnen.
Dieses innere Unterwegssein wirkt auf den ersten Blick harmlos. Es klingt nach Entwicklung, nach Anspruch, nach Wachstum und erzeugt doch eine Distanz zum eigenen Leben.
Oliver Burkeman beschreibt diese innere Bewegung in seinem Artikel im The Guardian vom 3. Januar 2026 sehr präzise. Gleich zu Beginn seines Artikels schreibt er:
Das neue Jahr sollte der Moment sein, in dem wir uns dazu verpflichten, mehr von unserer begrenzten Zeit auf diesem Planeten den Dingen zu widmen, die wir wirklich und von ganzem Herzen gerne tun – den Aktivitäten, die unser Interesse wecken und uns das Gefühl geben, lebendig zu sein.
Dies sollte das Jahr sein, in dem du aufhörst, dich so sehr darum zu bemühen, ein besserer Mensch zu werden, und dich stattdessen darauf konzentrierst, ein erfüllteres Leben zu führen.
Fühlt sich das nicht gleich leichter an, wenn du aufhörst, dich ständig verbessern zu wollen? Dann stellt sich eine ehrlichere Frage: Wie lebst du eigentlich jetzt?
Genau an diesem Punkt setzt auch mein Jahresthema Play & Create an. Im Hier und Jetzt.
Mindfuck: Erst muss ich besser werden, dann darf ich leben.
Dieser Gedanke tarnt sich gut als Anspruch an dich selbst. Er klingt nach Entwicklung und Selbstverantwortung, sorgt aber dafür, dass du deinem eigenen Leben immer einen Schritt voraus bist.
Solange du glaubst, erst weiter sein zu müssen, verschiebst du das Wesentliche. Genuss, Zufriedenheit und Ankommen werden zu etwas, das später stattfinden soll. Oft geschieht das ganz beiläufig, aus reiner Gewohnheit.
So wird das Leben zur Vorbereitung auf einen Zustand, der irgendwann eintreten soll, und das Jetzt zur Durchgangsstation.
Burkeman erinnert an etwas Wesentliches. Das Leben ist keine Vorstufe. Es findet jetzt statt, auch wenn noch nicht alles geklärt ist.
Mindfuck: Regeln geben mir Halt.
Viele der Regeln, nach denen du lebst, hast du nie bewusst gewählt. Sie stammen aus deiner Herkunft, aus kulturellen Prägungen, aus Religion, Familie oder dem Umfeld, in dem du gelernt hast, was richtig und was falsch ist.
Diese Regeln wirken oft unsichtbar. Sie sagen dir, wie du zu sein hast, wie viel du leisten solltest oder wann etwas als genug gilt. Auch selbst auferlegte Regeln gehören dazu, besonders jene, die längst keinen echten Sinn mehr machen.
Solche Regeln können Orientierung geben und gleichzeitig Druck erzeugen. Du funktionierst, erfüllst Erwartungen und verlierst dabei leicht den Kontakt zu dem, was sich für dich stimmig anfühlt.
Burkeman weist auf einen anderen Zugang hin. Wenn du dich mit Dingen beschäftigst, die dich wirklich interessieren, verlieren viele dieser Regeln ihre Macht. Präsenz ersetzt Kontrolle.
Mindfuck: Ohne Druck passiert nichts.
Druck gibt dir das Gefühl, nicht stehenzubleiben. Mit der Zeit kann er jedoch zum Dauerzustand werden. Du funktionierst, erledigst, hältst durch und übersiehst dabei, wie sehr dich dieser Modus vom eigenen Erleben trennt.
Was nach Einsatz aussieht, ist oft ein inneres Getriebensein.
Burkeman erinnert an etwas anderes. Zeit geht verloren, wenn du dein Leben nicht wirklich erlebst. Dauerhafter Druck hält dich beschäftigt, aber selten präsent.
Mindfuck: Ich bin noch nicht da.
Dieser Gedanke ist leiser als die anderen und zeigt sich vor allem als ein Gefühl, noch nicht angekommen zu sein, obwohl das Leben funktioniert.
Du bist beschäftigt, engagiert, vielleicht sogar erfolgreich. Und trotzdem gibt es dieses feine Ziehen, das sagt: Da fehlt noch etwas.
Dieses Gefühl nährt sich aus Vergleichen und Erwartungen, aus inneren Bildern davon, wie du sein müsstest, um endlich anzukommen. So wird das Leben zu etwas, das vorbereitet wird, aber selten wirklich gelebt ist.
Burkemans formuliert hier einen befreienden Gedanken. Das Leben wartet nicht auf einen besseren Moment. Es findet jetzt statt, mitten im Unfertigen.
Treat yourself
Was wäre, wenn du dir jetzt weniger vornimmst und mehr zulässt?
Es geht um die bewusste Entscheidung, dein Leben nicht länger als Vorstufe zu betrachten.
Nimm dir an diesem Wochenende einen ruhigen Moment und frage dich:
Wo versuche ich noch, mich zu verbessern, statt zu leben?
Welche inneren Regeln oder Antreiber bestimmen meinen Alltag stärker, als mir guttut?
Was würde ich anders tun, wenn ich mir erlaube, schon da zu sein?
Ich wünsche dir ein Wochenende mit weniger innerem Druck und mehr Raum für echtes Erleben.
Du musst nirgends hin.
Du bist schon da.
Herzlich
Chris
PS. Wenn du dir selbst näherkommen willst, ohne dich weiter anzutreiben, begleite ich dich gern als Denkpartner.
Manchmal hilft es schon, wenn jemand zuhört, während du deine Gedanken laut sortierst. Schreib mir, wenn du das gerade brauchst.
Wann immer du bereit bist, hier sind mehrere Möglichkeiten, wie ich dich unterstützen kann:
Coaching und/oder Mentoring:
Uplevel Spark – Personal Coaching Starterpaket. Ein Mini-Retreat im Alltag: 3 Sessions, die dir Klarheit und Energie geben. CHF 595.
Denk-/Sparring-Partnerschaft – 4 oder 12 Monate: Wir kreieren gemeinsam dein «Ich 2.0». Ab CHF 3'700. Kennenlern-Gespräch buchen.
Uplevel One – The Private Edition – High Level Transformation Coaching: 1 Jahr exklusive 1:1-Begleitung für Selbstführung, Klarheit und echte Balance. Kennenlern-Gespräch buchen. Nur 1 Platz pro Quartal verfügbar.
Für Team- und Strategie-Entwicklung:
LEGO® Serious Play®: Klarheit bauen. Zukunft bauen. Gemeinsam.
Für Solopreneure, Selbständige und Coaches:
Uplevel Insight – Business-Check: Hol dir frische Impulse, eine klare Sicht von aussen und eine ehrliche Einschätzung, welche Hebel dich wirklich weiterbringen.